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Die Autore­nedi­ti­on war ein kol­lek­tiv und unhier­ar­chisch geführ­tes Ver­lags­pro­jekt, das inner­halb des Münch­ner Ber­tels­mann Ver­la­ges von 1973 bis 1978 und anschlie­ßend bis 1982 im Athe­nä­um Ver­lag betrie­ben wur­de.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zur Grün­dung einer Autore­nEdi­ti­on stamm­te von Uwe Frie­sel, der seit 1971 mit Andre­as Hopf, Ver­lags­lei­ter beim Ber­tels­mann-Ver­lag, über das Kon­zept dis­ku­tier­te. 1972 schlos­sen sich meh­re­re Autoren – eini­ge ent­stamm­ten der 68er-Bewe­gung – zusam­men, um unab­hän­gig von Lek­to­ren und Ver­la­gen ihre Bücher auf den Markt zu brin­gen. Die Grup­pe bil­de­te inner­halb des Ber­tels­mann-Kon­zerns einen auto­no­men Ver­lag im Ver­lag: Die Autoren lek­to­rier­ten sich gegen­sei­tig ihre Manu­skrip­te, schrie­ben die Klap­pen­tex­te und stell­ten ein eige­nes Pro­gramm mit etwa zwölf Titeln jähr­lich zusam­men. Dafür erhiel­ten sie ein monat­li­ches Hono­rar. Der Ver­lags­lei­ter hat­te zwar eine Stim­me bei allen Ent­schei­dun­gen zum Pro­gramm, konn­te aber von den Her­aus­ge­bern über­stimmt wer­den; somit blieb deren Unab­hän­gig­keit gewahrt. Die vier Her­aus­ge­ber des ers­ten Pro­gramms 1973 waren:

Das pro­gram­ma­ti­sche Ziel der Her­aus­ge­ber war es, mit rea­lis­ti­schen und gesell­schafts­kri­ti­schen Wer­ken eine mög­lichst brei­te Leser­schicht zu errei­chen. Dies drück­te auch der Vor­spruch aus, den zu Anfang jedes Buch enthielt:

„Autore­nEdi­ti­on: Die­ses Wort steht für den Ver­such einer neu­en rea­lis­ti­schen Pro­sa und zugleich für ein neu­es ver­le­ge­ri­sches Modell. Autoren edie­ren Autoren. Nicht mehr ein ein­zel­ner ent­schei­det, son­dern ein Redak­ti­ons-Komi­tee aus vier frei­en Schrift­stel­lern und einem Ver­tre­ter des Ver­la­ges. Hin­zu kommt, als sechs­ter, ein gewähl­ter Ver­tre­ter der von ihnen edier­ten Kol­le­gen. Die Autore­nEdi­ti­on wen­det sich an einen gro­ßen Leser­kreis. Ver­öf­fent­licht wer­den aus­schließ­lich Roma­ne, Erzäh­lun­gen und Kurz­ge­schich­ten deutsch­spra­chi­ger Autoren. Die gesell­schaft­li­chen Pro­ble­me sol­len so anschau­lich und unter­halt­sam dar­ge­stellt wer­den, daß auch jene sie wie­der­erken­nen kön­nen, über deren Köp­fe bis­her meist hin­weg­ge­schrie­ben wur­de. Ange­strebt wird eine rea­lis­ti­sche Schreib­wei­se. Nicht die Schreib­schwie­rig­keit des Autors ange­sichts einer wider­sprüch­li­chen Rea­li­tät, son­dern die Rea­li­tät sel­ber ist das The­ma der AutorenEdition.“

– zitiert nach: Hiel­scher (2007), S. 73.

Als Lek­tor arbei­te­te von 1977 bis 1982 der Schrift­stel­ler Roman Rit­ter. 1978 kam es zum Bruch zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en: Der Ber­tels­mann-Ver­lag ließ über Peter O. Chot­je­witz Roman Die Her­ren des Mor­gen­grau­ens, des­sen Erschei­nen in der Autore­nEdi­ti­on geplant war, ein exter­nes Gut­ach­ten erstel­len. Es kam zu dem Ergeb­nis, dass in dem Roman eine Sym­pa­thie mit der RAF gezeigt wer­de. Ber­tels­mann kün­dig­te die Zusam­men­ar­beit mit der Autore­nEdi­ti­on. Nach ver­schie­de­nen Son­die­rungs­ge­sprä­chen wur­de schließ­lich ein Ver­trag mit dem Athe­nä­um Ver­lag geschlos­sen. Sein Bank­rott im Jahr 1982 bedeu­te­te auch das Ende der Autore­nEdi­ti­on. Die letz­ten Her­aus­ge­ber waren Gerd Fuchs, Hei­nar Kipp­hardt und Uwe Timm.